Ich habe ungefähr einen produktiven Tag im Monat, an dem es mir gelingt Texte zuschreiben – Deutsch-Rapper Thizzy

Musik ist der Ort, wo man alles verarbeiten kann und durch die Wortwahl, Metaphern und allgemein Sprache kann man sich gut dahinter verstecken. Schwierig wird es, wenn man sich im Deutsch Rap bewegt und jeder deutlich deine Worte versteht. Doch das hält den jungen Rapper Thizzy nicht davon ab zu sagen was ihn beschäftigt. Im folgenden Beitrag hat er mir seine Gedanken hinter dem Texten erläutert und auch einen Blick auf die negativen Aspekte der Musik Industrie geworfen.

“Konzerte spielen sind der Hauptgrund, warum ich mit der Musik angefangen habe und es gibt mir unglaublich viel Freude und Energie zuzuschauen, wie sich Leute verausgaben oder teilweise auch Texte mitsingen”, erzählt der Wiesbadener Rapper über seine Beweggründe für seinen Sprung ins Musik Biz. Seit 3 Jahren macht Thizzy Musik, schreibt aber schon seit seinem 10.ten Lebensjahr an Texten. Darin liegt sein Hauptfokus darauf seine Stimmung einzufangen und in Worte zu packen.

“Ich habe einmal pro Woche einen halben Meltdown und versuche mir einzureden, dass das was ich mache einfallsloser, austauschbarer Dreck ist.”

Thizzy war gerade im Studio um ein neues Album aufzunehmen – „In jedem Song ist ein Moment oder gar mehrere zu finden, die mich in den letzten 3-4 Jahren geprägt haben“, beschreibt er die Arbeit an neuen Material. Aber mit neuen Ideen zukommen ist nicht immer einfach, dabei spielt nicht nur die uns allen bekannte Schreibblockade eine Rolle, sondern manchmal steckt da einfach mehr im Kopf dahinter. „Ich habe ungefähr einen produktiven Tag im Monat, an dem es mir gelingt Texte zuschreiben. Ansonsten hält mich etwas in meinem Kopf zurück – irgendetwas in mir sagt, dass ich es einfach lassen sollte“, erklärt der Rapper diesen Umstand. Doch Thizzy lässt sich von dieser Stimme nicht unterbekommen. Meist ist gesunder Zweifel der Antrieb für gute Kunst. Das Gefühl nicht gut genug zu sein in dem was man macht, hat jeder. Egal ob in der Musik, Kunst oder allgemein im Alltag. Doch der Wiesbadener nimmt es als positiven Impuls: „Ich habe einmal pro Woche einen halben Meltdown und versuche mir einzureden, dass das was ich mache einfallsloser, austauschbarer Dreck ist. Ist es so? Viele Menschensagen mir das Gegenteil, aber ich denke so bleibt der Anspruch an mich selbst hoch und hat dadurch sogar einen positiven Aspekt.“

Ein weiterer positiver Aspekt der Thizzy antreibt weiter zumachen, ist das live spielen. Für eine gewisse Zeit steht nur er mit seiner Musiker im Mittelpunkt, alle Augen sind auf ihn gerichtet. Er erzählt, dass gerade das ihm unglaublich viel Freude und Energie gibt. Leute verausgaben sich und singen gar die Texte mit, sie haben eine gute Zeit dank ihm. „Aber sogar das hat Schattenseiten. Da ich (und bestimmt auch einige andere Musiker) nach jedem Gig erst mal ein unglaubliches Down bekomme, da ich nicht mehr im Mittelpunkt stehe. Es ist ein bisschen unangenehm das zuzugeben, weil man wie ein arroganter Idiot wirkt, aber ich möchte hier ehrlich sein“, gibt Thizzy zu. Dies ist kein einzelnes Phänomen, viel Künstler berichten genau von dieser Gefühlsachterbahn, im einen Moment dreht sich alles um dich und ein paar Augenblicke später bist du nur wieder einer von vielen.

Zum Schluss möchte Thizzy noch gerne darauf hinweisen, dass er in diesem Jahr noh einen neuen Tonträger heraus bringen wird. Wenn ihr nun Lust habt mehr von Thizzy zu hören, dann schaut doch mal auf seiner Seite vorbei. 

Alle Bilder in diesem Post stammen von Thizzy und wurden unter seiner Zustimmung verwendet.

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