Esst mehr Kuchen! // Leonie

Selbstliebe kann viele Facetten haben & wir alle wachsen an der Aufgabe uns selber mehr zu lieben. Deshalb habe ich einen Aufruf bei Instagram gestartet und gefragt was für euch Selbstliebe bedeutet. Leonie hat mir dies im folgenden Beitrag beantwortet.

Hej, kannst du dich kurz vorstellen?
Hi, ich bin Leonie, 24 und studiere Kommunikationsdesign. Bald bin ich damit fertig und was danach kommt, weiß ich noch nicht so ganz genau. Am allerliebsten würde ich Piercerin werden, wenn ich mal erwachsen bin (ha ha). Das liest sich aber leider einfacher, als es ist. Bis dahin versuche ich mich weiter an Illustrationen, esse und backe gern und verbringe viel zu viel Zeit im Internet. Ich liebe Konzerte und Festivals und versuche, jedes Jahr auf mehr zu gehen.

Was bedeutet Selbstliebe für dich?
Selbstliebe ist viel Arbeit. Ich glaube, dass wir so sehr lernen uns selbst zu hassen, dass jeder Schritt in die andere Richtung bewusste und aktive Arbeit bedeutet. Das ist nicht einfach, lohnt sich aber sehr. Für mich bedeutet Selbstliebe, dass ich meine jahrelangen Abnehmversuche aufgegeben habe. Kein Kalorienzählen und zum Sport zwingen mehr, kein schlechtes Gewissen nach dem Essen. Außerdem versuche ich jedes mal, wenn mir irgendetwas an mir nicht gefällt, aktiv zu sagen: Nein, hör auf. Du bist toll wie du bist. Und auch dein Körper ist genau richtig.

Außer dem Versuch, mich auch in meinem natürlichen Zustand zu mögen, liebe ich die unzähligen Möglichkeiten, mich und meinen Körper zu verändern und zu gestalten. Piercings, Make-Up, Klamotten, Haarfarben…all das hilft mir schon lange, mich auszudrücken und so selbst mehr zu lieben.

Was magst du am meisten an dir?
Meine Lippen! Und meine Nase, seit ich meine Piercings habe. Ich mag die Form von meinen Lippen sehr gern und ich finde, Lippenstift steht mir gut. Meine Nase fand ich ganz lange Zeit ganz schrecklich – viel zu groß, zu spitz, einfach hässlich. Dann hab ich sie piercen lassen. Aus einem Nostril wurden zwei, aus zwei vier. Und besonders mit dem wundervollen Schmuck den ich trage, gucke ich meine Nase jetzt jeden Tag richtig gern an und freue mich.

Wie hat sich dein Bild, von dir selbst, in den letzten Jahren geändert?
Ich weiß noch, wie ich vor einiger Zeit alte Fotos von mir angeschaut habe. Da war ich so 14-16 und deutlich schlanker als jetzt. Ich hatte einen total „normalen“ Körper. Trotzdem war ich quasi besessen davon, dass ich extrem fett sei und unbedingt Gewicht verlieren müsse. Ich bin deshalb sogar fast in eine Essstörung gerutscht und bin heute extrem dankbar, dass mir das erspart blieb.

Über die Jahre wurde ich zwar etwas entspannter, die Abnehmversuche hörten aber nicht auf und der Selbsthass auch nicht. Vor knapp über einem Jahr hat es irgendwann „Klick“ gemacht. Ich habe angefangen mich und andere Menschen mit völlig anderen Augen zu sehen. Ich habe angefangen, mir meine sogenannten Makel bewusst anzuschauen und ihnen Liebe entgegen zu bringen. Und an Tagen, an denen Liebe nicht möglich ist, zumindest zu denken: Fuck it! Was soll’s? Es gibt so viel wichtigeres. Ich genieße das Leben mehr und schränke mich weniger ein.

Außerdem hat sich mein Schönheitsideal verändert.

Was würdest du deinem Teenager-Ich zu dem Thema gerne mit auf den Weg geben?
Um Megan Crabbe (@bodyposipanda) zu zitieren: Dein Körper ist kein Problem, was gelöst werden muss!

Bitte, bitte, bitte hör auf, gefährlichen Idealen nachzueifern. Bitte hör auf, Kalorien zu zählen und iss so viel Pizza und Kuchen, wie du willst. Bitte ignoriere die Menschen, die dich mobben. Bitte glaube deinen Freunden, die dir sagen, dass du gut genug bist. Sie lieben dich und meinen es ernst. Doch, du kannst Shorts tragen. Es ist völlig normal, dass deine Oberschenkel sich berühren.

Und vor allem: SCHMEISS DIE WAAGE AUS DEM FENSTER.

Wie viel Einfluss haben soziale Medien wie Instagram & Co. auf dein Selbstbild?
Sehr viel. Auch mein Umgang mit Social Media hat sich geändert. Irgendwann habe ich aussortiert und versuche nur noch Menschen zu folgen, die mich inspirieren und die mir ein gutes Gefühl geben. Ich folge mittlerweile vielen unterschiedlichen Menschen, weil es mir so sehr hilft, unterschiedliche Körper repräsentiert zu sehen. Außerdem motivieren mich tolle Künstler, Make Up Artists und generell interessante Menschen, mehr auszuprobieren. Besonders Menschen wie Megan  (@bodyposipanda), Franzi (@fraeuleinglitzer), Freshie (@freshieisntcool) und auch du, Sammy, inspirieren mich jeden Tag aufs Neue mit ihrer Authentizität und Offenheit.

Abgesehen davon hat Social Media mich auch auf Feminismus gebracht, durch den ich mittlerweile einen ganz anderen Blick auf die Dinge habe.

Was hilft dir dabei, dich mehr zu akzeptieren und zu lieben?
Make Up, Piercings, schöne Klamotten. Selfies machen. Abgeschminkt, mit gekämmten Haaren, geputzten Zähnen, frisch geduscht und in frisch gewaschenen, bequemen Klamotten einen entspannten Abend im frisch bezogenen Bett verbringen. Nackt sein. Ganz bewusst nette Sachen zu meinem Spiegelbild zu sagen (laut!). Und einfach mal glauben, dass andere Menschen einen schön finden, wenn sie es einem sagen.

Ich finde es auch super wichtig zu erwähnen, dass ich in keinster Weise „am Ziel“ bin. Ich habe immer noch unglaublich viele schlechte Tage, an denen ich mich hässlich finde. An denen ich denke, dass ich mich nur gehen lasse und eine Versagerin bin. Das wichtigste ist zu wissen, dass diese Tage vorbeigehen. Es ist nicht schlimm, solche Tage zu haben. Und sie werden weniger!

Möchtest du noch irgendwas loswerden oder den Lesern mit auf den Weg geben?
Don’t be afraid of being amazing!

Danke an Leonie für diese inspirierenden Worte! Wenn ihr mehr von Leonie sehen & lesen möchtet, dann schaut doch mal auf ihrem Instagram Account @tndlx vorbei.

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