Zweifeln ist okay

Heute breche ich mal die Selflove Reihe für einen persönliche Beitrag auf. Ich habe in den letzten Tagen zu dem Thema Zweifeln auf Instagram schon einen Post verfasst und durch die Response darauf gemerkt, dass es nicht nur mir damit so geht. Deshalb möchte ich es hier noch einmal in ausführlicherer Form aufgreifen.

Ich habe immer das Bild vermittelt bekommen, dass Zweifel einher geht mit Schwäche. Egal ob in ein einer Partnerschaft, Familie, Arbeit oder in der Schulzeit. Sobald der Gedanke kam, dass etwas nicht gut genug ist, bekam alles einen negativen Beigeschmack. Ich bin in gewisser Weise perfektionistisch veranlagt, weshalb ich sofort das Handtuch werfe sobald etwas nicht so läuft wie ich es mir vorgestellt habe. Ich lege bei mir selbst einen viel höheren Maßstab an, als bei Anderen. Fehler von anderen Menschen kann ich verkraften, aber eigene Fehler sind ein weiterer Indiz für mich, dass ich nicht gut genug bin.

Ich habe sehr lange gebraucht, genau aus diesen Gründen, etwas zu finden was ich gut kann und was mir Freude macht. Sport hat mir immer gezeigt, das ich körperlich nicht dazu fähig bin. Ich wollte immer zeichnen, doch nie sah es so aus wie ich es mir vorgestellt hatte, deshalb schürte es nur noch mehr Wut in mir. Doch dann bemerkte ich, dass mir das schreiben einfach lag. Ich habe schon immer gerne geschrieben – ausgedachte Geschichten aber auch einfach die Dinge, die in meinem Leben und in meinem Kopf passieren. Da mir erst mit der Zeit klar wurde, dass nicht jeder so ein Gewusel in seinem Inneren mit sich herum trägt. Aber dann kam der Zweifel ins Spiel, ich kann nicht so fantastisch schreiben wie eine J.K. Rolling oder Tolkien. Das waren, die einzigen Bücher, die ich zu der Zeit so laß. Ich dachte, ich kann wohl doch nicht schreiben, wenn bei mir nicht sowas tolles dabei heraus kam. Eines Tages stieß ich in der Buchhandlung auf Axolotl Roadkill und war begeistert. Das ist genau die Art wie ich schreiben würde, dachte ich mir. Gedankensprünge, Umgangssprache und irgendwie ein bisschen verzogen. Das gefiel mir und mein Interesse war geweckt. Ich entdeckte Dirk Bernemann für mich, der immer noch einer meiner Lieblingsautoren ist. Ich liebte die Art des ungeschönten Schreibens aber auch so wunderbar bildlich verpackt, dass ich mich immer wieder selber darin fand. Ich hatte meine Nische gefunden und fühlte mich wohl. Ich habe Bücher mit eigenen Geschichten gefüllt, die bis heute niemand außer mir gelesen hat. Aber ich hatte das Gefühl, etwas gefunden zu haben was mir Freude machte und worin ich (für mich) gut war.

Ich fing irgendwann an bei Instagram einfach über meinen Alltag und mich zu schreiben und ich bekam positive Rückmeldungen, sodass sich dieser Blog hier entwickelte. Ich liebe, was ich hier tue und damit auf die Beine gestellt habe. Doch trotzdem sitzt immer dieser Kobold namens Zweifel in meinem Hinterkopf. Andere können sowas besser, andere haben auch solche Projekte und bei anderen funktioniert das besser. Ich fühle mich oft nicht gut genug und sehe nicht den Wert dessen, was ich hier tue. Doch es gibt Momente in denen ich meinem Kopf auch mal sagen kann, dass nun Sendepause ist. Denn ich stecke hier eine Menge Herzblut, Arbeit & Kraft hinein und das beste daran ist das Feedback. Ich kann anderen Menschen helfen! Zwar nicht allen, aber mir reicht es schon wenn eine Person sagt, dass die Texte hier ihr die Angst genommen haben. Das ist so ein unglaublich gutes Gefühl und es ist so wichtig, auch wenn ich damit nur eine handvoll Menschen erreiche.

Was ich mit diesem Text sagen will, ist das es okay ist zu Zweifeln. Jeder tut das, auch Menschen von denen wir denken sie seien perfekt. Denn niemand ist perfekt und jeder hat seine kleinen oder großen Dämonen im Gepäck. Manchmal entstehen aus Zweifeln auch großartige Dinge, wie zum Beispiel dieser Ort hier für mich. Jeder ist gut in dem was er macht & jedes Projekt ist genau so individuell wie die Person, die dahinter steht.

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