How To: Get Help / Wie bekomme ich Hilfe?

Today, I want to write about a topic that has been requested pretty often, especially in Live
Streams and Q&As. It’s easy for me to talk about my illnesses because of my years of therapy. But I also know how hard it can be to take this step, tell someone how you really feel and then actually reach out for help from others for the first time. That’s why I wanted to start this “How to”-series.

So, let’s begin with the most basic question: ‘When do I need help?’ First of all, I want to emphasise that it’s a big and brave step to admit to yourself that you have an illness and need help from others to cope with it. It is also not an easy thing to then go tell someone else about it – no matter if it is a close person or a stranger. But how do you know when the point has come to reach out for help?

(Disclaimer: I’m writing this as a patient myself from my own experience and the experiences of my friends and family members. I’m not a professional, but I do have knowledge about this issue.)

Personally, I came to this point when I realised that I had lost the ability to handle my daily life on my own. I couldn’t leave the house, I couldn’t go out with friends, I couldn’t even do my grocery shopping anymore. So, I just ate what I had at home and when there was nothing left, I ate nothing. I had a hard time doing simple tasks like cleaning up or doing the dishes. I completely lost my motivation and energy. I isolated myself from my friends and
family, I didn’t answer calls or text messages. I just scrolled through social media apps aimlessly and completely forgot about the social part of it. I lost every feeling of happiness and felt absolutely nothing at the time. Most days, I felt empty and drowned myself in self-pity. I was stuck in my hole and had no chance of coming out of it by myself. After many conversations with my mum, I finally convinced myself to see my doctor. I told her everything in the shortest way possible. This was a really hard step, but it was the start of my recovery. So, if you recognise yourself in this behaviour, let me give you a piece of advice: Please go get some help. I know that it is completely normal to feel down from time to time, but if you feel like this phase simply will not end for you – go talk to someone! It doesn’t need to be a doctor, sometimes it even helps to have a chat about your feelings with a family member or a close friend. It may also be helpful to find out if others noticed your avoiding behaviour, too. Please be aware that it is never wrong or shameful to ask for help or support. Everyone needs some in their life and some of us just need a little bit more than others.

When you’re done with this step, you can see your doctor* and tell them about your problems and feelings. They will probably recommend a therapy and will furthermore suggest the type of therapy that is best for you – this could be a stay in a mental health clinic, a daily therapy or weekly session of psychotherapy. But these are things that your doctor will inform you about. If you aren’t sure about it or still have some questions regarding the best options for you, you can always call the German Depression Foundation. They have a helpline which you can call anonymously to tell your story. Also, you can have a look on their website for places to go in your particular area. Some universities also offer psychosocial counselling. My own experience with that has been really positive and I can absolutely recommend it.

In case you already do therapy and know all of what I have just said, but you have an emergency and no place to go, you can search for so-called ‘crisis points’ in your area. The German Depression Foundation also provides a map for these points. Other than that, you can go to your local hospital, they always have an emergency service open at night, on the weekend and during holidays.

Please remember that it is totally normal to be in need of help – even after a long time of recovery. Mental illnesses aren’t as easily cured as a broken leg. It’s a long process which, in my opinion, you never fully recover from. You can only learn to live with it in a healthy way.

If you have any more questions concerning this topic or even some recommendations – feel free to drop me a message!

Heute möchte ich gerne ein grundlegendes Thema hier beschreiben, was viele in Livestreams und Q&A’s schon angefragt haben. Es ist einfach für mich über meine Erkrankungen zu reden, da ich seit Jahren in therapeutischer Behandlung bin. Doch ich weiß auch wie schwer es einem fällt, erstmal diesen Schritt zu gehen, der vor all dem hier liegt und sich Hilfe von Außen zu suchen. Deshalb möchte ich hier an dieser Stelle eine kleine “How To”-Rubrik einführen.

Also starten wir mit der Grundlage von allem, nämlich der Frage: “Ab wann brauche ich Hilfe?”

Zuerst möchte ich sagen, dass es ein großer und mutiger Schritt ist, sich einzugestehen dass man eine Krankheit hat und diese nicht ohne Hilfe von außen zu behandeln ist. Es erfordert eine Menge Überwindung anderen Menschen, egal ob nahestehenden oder fremden, zu gestehen dass man Hilfe braucht. Doch wann merkt man, dass man an diesem Punkt angekommen ist?  
Disclaimer: Ich spreche hier aus meiner eigenen und der Erfahrung der Menschen aus meinem Umfeld.  Ich bin keine Person vom Fach sondern kann nur aus meiner Perspektive als Erkrankte berichten.

Bei mir kam die Einsicht dass ich Hilfe brauche, als ich meinen Alltag und mein Leben nicht mehr alleine bewerkstelligt bekam. Ich konnte nicht mehr das Haus verlassen, konnte nichts mehr mit Freunden unternehmen, nicht mal mehr Lebensmittel einkaufen sodass ich nur noch das aß was im Haus war und wenn das leer war halt gar nichts. Mir fielen die einfachsten Aufgaben, wie abwaschen oder aufräumen so schrecklich schwer, dass ich einfach nur noch in meiner Hilf-und Antriebslosigkeit ertrank. Ich habe mich von Freunden und Familie abgeschottet, habe keine Anrufe oder Nachrichten mehr beantwortet, sondern nur noch sinnlos durch soziale Netzwerke gescrollt und habe das sozial darin komplett vernachlässigt. Ich hatte an nichts mehr Freude oder allgemein hatte ich jegliche Emotionen verloren. Ich war einfach leer und habe mich nur noch in Selbstmitleid ertränkt. Ich hing in meinem Loch komplett fest. Nach unzähligen Gesprächen mit meiner Mutter habe ich mich überwinden können zu unserer Hausärztin zu gehen und ihr in Kurzform von allem zu berichten. Dieser Schritt war zwar gewaltig schwer aber es war der Anfang der Besserung.

Solltest du dich also in eben genannten Verhaltensweisen wiederfinden, dann lass dir von mir den guten Rat geben, dir Hilfe zu suchen. Es gibt natürlich auch in einem “normalen” Leben Down-Phasen, die so aussehen, aber wenn du das Gefühl hast, dass diese Phase einfach nicht endet, dann rede einfach mit jemanden. Es muss nicht sofort ein Arzt sein, manchmal reicht es wenn ein Familienmitglied oder ein guter Freund* dir dein abgrenzendes Verhalten bestätigt und du mit der Person über die Gründe oder Umstände reden kannst. Es ist niemals falsch oder beschämend nach Hilfe & Unterstützung zu fragen. Jeder braucht mal Hilfe im Leben und manche einfach ein bisschen mehr.

Wenn du diesen Schritt gegangen bist und dich jemanden anvertraut hast, kannst du damit auch zu deinem Hausarzt* gehen und ihnen deine Probleme schildern. Meist überweisen diese dich dann zu einer Therapie. In welcher Form, ob ein stationärer Aufenthalt, Tagesklinik oder Psychotherapie, wird dein Arzt* dir erklären. Wenn du dir dabei aber super unsicher bist, kannst du auch bei dem Info-Telefon der Deutschen Depressionshilfe anrufen. Auch anonym helfen dir die Ansprechpartner kompetent und verschwiegen weiter. Auf der Webseite der DDH findet man auch Anlaufstellen in seiner Nähe. Viele Universitäten bieten über das Studierendenwerk psychosoziale Beratungen an. Damit habe ich selbst nur positive Erfahrungen gemacht und kann das guten Gewissens weiter empfehlen.

Wenn du schon in Behandlung bist oder warst und die ganze Prozedur kennst, aber kein Anlaufstelle bei einem Notfall hast, kannst du dich an sogenannte Krisenstellen wenden. Diese findest du auch auf der Seite der Depressionshilfe oder du gehst direkt in das örtliche Krankenhaus, dort sind auch immer psychiatrische Notdienste eingerichtet. Auch in der Nacht, übers Wochenende und Feiertage.

Es ist auch ganz normal, dass man nach einer zurückliegenden Erkrankung irgendwann wieder Hilfe in Anspruch nehmen muss. Mentale Erkrankungen sind nicht so schnell kuriert wie ein gebrochenes Bein. Es ist ein langer Prozess und meiner Meinung nach gibt es keine “Heilung” für solche Erkrankungen, sondern man kann nur lernen damit zu Leben in einer gesunden Art & Weise.

Sollten zu dem Thema noch weitere Fragen sein oder Anregungen, kannst du mir gerne eine Mail senden!

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